Ausland


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Ein Amerikaner in München

Auf der Diplomreise der Klasse Ia92 kam es zu einem nicht alltäglichen Zwischenfall: ein amerikanischer Tourist wurde ohne sein Verschulden im Zimmer eingesperrt. Ein Student der Ia92 rettete ihm das Leben.

von Bernhard Weihersmüller

Der gemeine amerikanische Tourist (homo burgerus donaldus) ist hierzulande nicht gerade als Intelligenzbestie bekannt. Immerhin ist er nach Aussagen von wage- und fressmutigen Personen, welche ins unbekannte Land der 1000 Megabyte Möglichkeiten gereist waren, absolut in der Lage, Disneyland von einem Hamburger zu unterscheiden. Das ist doch schon was, zumal er auch den gemeinen Schweizer (homo helveticus alpicus) an seinen wunderschönen, weissen Tennissocken (5 Stk. 10 sFr. in der Migros) mit den RGB-Ringlein (rot, grün, blau), sofort erkennen kann. Diese Erkenntnis folgt aus einem Erlebnisbericht eines meiner Kollegen, der in den USA (United States of Arizona) eine Reise tat. Er beklagte sich bei mir nachher, dass alle Amerikaner, total alle sogar, ihn sofort als Schweizer identifizieren konnten. Er habe aber seine Socken jeden Tag gewechselt und sie seien auch meistens sauber gewesen und überhaupt bla bla bla usw. usf. etc. Ich habe es ihm nicht gesagt.

Der langen Rede kurzer Unsinn: es geschah auf der Diplomreise der Informatikklasse Ia92 (ja stimmt genau: wie der Laut eines Esels mit zwei Buchstaben). Die Studenten D. Künzi, R. Jehle und B. Weiersmüller verliessen an einem Donnerstag um 04:23 Uhr das Hotel als aus dem obersten Stock eine ach gar grausliche Stimme herunterquäkte: ” HEEEYYY THERE. I AM LOCKED UP. (Schluchz, SCHLUCHZ)”. Die betroffenen Studenten blieben stehen und sahen sich mit grosser Aufmerksamkeit den mitgenommenen (der geneigte Leser merkt es: das Wort 'mitgenommen' hat hier ZWEI Bedeutungen.) Stadtplan an. Als die arme, verlorene Seele noch einmal eindringlich zu Hülfe rief, erbarmte sich der edle Student Weiersmüller seiner. Weiersmüller rannte (na ja ... die Red.) in die Pension und holte den Mann an der Rezeption herbei. Dieser, ob soviel Aufmerksamkeit höchst erfreut, ging ohne Murren mit (na ja. die Red.). In einer tollkühnen und lebensgefährlichen Aktion (nun ja. die Red.) konnte der amerikanische Mensch (homo turnschuhus) befreit werden. Dem wagemutigen, edlen und wunderbaren Menschen (homo grandiosus superbus) B. Weiersmüller sei es gedankt


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